Rational-Emotive Verhaltenstherapie (REVT)

Rational Emotive Behavior Therapy (REBT) - a Cognitive Behavior Therapy (CBT) approach


Die Rational-Emotive Verhaltensterhaltenstherapie (REVT) ist die älteste und erste Form Kognitiver Verhaltenstherapie, begründet 1955 von Albert Ellis. Dieser Ansatz führte etwa zehn Jahre später zur "kognitiven Wende" in der Verhaltenstherapie. Unter den Kognitiven Verhaltenstherapien zeichnet sich die REVT vor allem durch ihren starken philosophischen Bezug aus. REVT ist ein ganzheitlicher handlungsorientierter Psychotherapieansatz mit dem Ziel emotionalen Wachstums: wir werden ermutigt, unsere Gefühle bewusst zu erleben und auszudrücken, wobei der Zusammenhang von Denken, Fühlen und Handeln betont wird.


Über Verhaltenstherapie (VT), Kognitive Verhaltenstherapie, Kognitive Therapie (Beck) und Rational-Emotive Verhaltenstherapie (Ellis)

Updated 2011

Unter dem Etikett „Verhaltenstherapie“ (einem der beiden Richtlinienverfahren nach dem Psychotherapeutengesetz) werden mehr kognitive Therapieverfahren als rein verhaltenstherapeutische verwendet. Es wird sogar die Ansicht vertreten, dass es in der Praxis keine VT, sondern nur KVT gibt. Kognitive Verhaltenstherapien (KVT) werden weltweit erfolgreich in unterschiedlichen Bereichen eingesetzt: von Business - und Life-coaching bis zu Prävention und Behandlung verschiedenster psychischer Störungen. Alle Kognitiven Verhaltenstherapien bauen auf dem ABC-Modell von Albert Ellis auf, dem Begründer der REVT und der kognitiven Revolution in der Psychotherapie.

 

Ihre vorherrschende Stellung verdanken die kognitiv-behavioralen Therapien der Beck'schen Schule der Cognitive Therapy (CT), die synonym steht für  “general REBT”, da sie als empirisch meist untersucht gilt. Allerdings ist die KT oder allgemeine REVT vor allem um das Modell der Automatischen Negativen Gedanken und Schemata, den sog. Cold Cognitions als therapeutisches Interventionsziel organisiert. Dagegen geht die spezifische REVT (seit der Revision des ABC durch Ellis 1994) davon aus, dass bestimmte Hot Cognitions (Irrational Beliefs) im Zentrum emotionaler Störungen stehen. Seit einigen Jahren mehren sich in der Forschung Stimmen, dass das Konzept der Cold Cognitions seinen erkenntnistheoretischen Wert verlieren könnte. Weitere Fortentwicklungen in den klinischen Strategien der Kognitiven Verhaltenstherapien seien eher mit dem kognitionspsychologischen Konstrukt der Hot Cognitions (Rational und Irrational Beliefs nach Ellis; evaluative Kognitionen i.S.der kognitiven Emotionstheorie von R. Lazarus) sowie  weiteren Konzepten aus der Kognitiven Psychologie verbunden (wie: bewusste vs. unbewusste Kognitionen; autobiographische vs. semantische Kognitionen; latent zugängliche  vs. aktivierte Kognitionen). Neuere Analysen legen daher nahe, dass eine Kognitive Verhaltenstherapie wie die REVT, in deren Fokus Hot Cognitions (evaluative Kognitionen; appraisals) stehen, effizienter sein könnten als andere Kognitive Verhaltenstherapien.

Hauptziel der REVT ist die tiefgehende Veränderung lebensphilosophischer Einstellungen durch:

  1. Unbedingte Selbst- und Fremd-Akzeptanz
  2. Analyse und Veränderung von Metaproblemen (z.B. Depression über Depression, Angst vor der Angst)
  3. Konzentration auf Demandingness (Muss-turbation) und ihre irrationalen Ableitungen (Verschrecklichen/Katastrophisieren, Frustrationsintoleranz, pauschales Bewerten)
  4. Konzentration auf Analyse und Modifikation von Hot Cognitions vor und über Cold Cognitions (= verzerrte Wahrnehmungen und Interpretationen, falsche Attributionen, maladaptive Schemata) hinaus.

REVT hilft

  • emotionalen Stress und zwischenmenschliche Probleme zu überwinden,
  • die vorhandene persönliche Energie kreativ einzusetzen,
  • sein Leben bei der täglichen Arbeit und im persönlichen Bereich mit mehr Zufriedenheit, Erfolg und Erfülltheit zu gestalten.

Wir Menschen tendieren dazu, uns übermäßig psychisch zu belasten, wenn

  • etwas schief läuft oder wir von einem uns wichtigen Menschen abgelehnt werden,
  • andere Menschen uns (gewollt oder ungewollt) unfair behandeln,
  • wir mit Dingen konfrontiert werden, die unangenehm oder schmerzvoll sind.

Indem wir lernen, unsere selbstschädigenden Einstellungen zu verändern, entwickeln wir größere Fähigkeiten, mit gegenwärtigen Problemen umzugehen und ein freieres, unabhängigeres und emotional befriedigenderes Leben zu führen. (Vgl. Vorwort von Dieter Schwartz zu Albert Ellis, Training der Gefühle, 2006)


Die Bedeutung von Albert Ellis in Deutschland vollkommen unterschätzt

Obwohl Albert Ellis die sog. kognitive Wende in der Verhaltenstherapie begründete und einleitete (1955), wurde seine Bedeutung von der deutschen (akademischen) Psychologie (bewusst wie unbewusst) lange vollkommen unterschätzt, z.B. Nicht-Zitieren in Lehrbüchern, Verbreiten von genuin rational-emotiven Ansätzen ohne Erwähnung des Ursprungs, Suggerieren, dass nur Vertreter der Kognitiven Verhaltenstherapie wie Beck, Meichenbaum, Mahoney erwähnenswert seien, obwohl deren Ansätze alle zeitlich nach dem Ellis'schen Ansatz entstanden etc.

 

Dagegen zwei US-Zitate aus den Jahren 1999 und 2007:

Along with Carl Rogers and Sigmund Freud, Ellis is clearly recognized as one of the most influential psychotherapists of this century (Daniel J. Ziegler, Professor of Psychology at Villanova University, USA)

 

Aaron T. Beck 2007 über Albert Ellis:

Albert Ellis ist einer der größten Innovatoren, Psychotherapeuten und Psychologen aller Zeiten. Seine frühe Arbeit zur REVT bereitete den Weg für eine Reihe nachfolgender effektiver Psychotherapieansätze einschließlich der KVT. Seine ABC-Theorie sowie seine Betonung der Bedeutung von Selbstkommunikation und Beliefs kündigte meine Arbeit über automatische Gedanken und Beliefs an. REVT ist eine der bedeutendsten zeitgenössischen Psychotherapieansätze. Ich wäre entsetzt, wenn sie durch schwächere, ungetestete Ansätze aufgeweicht oder gar ersetzt würde.


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D-97080 Würzburg

Telefon: 09306-3298

 


Email: revt.direkt(at)t-online.de

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